Vergrößerte Prostata: Ursachen, Untersuchung und Behandlung
Eine vergrößerte Prostata, fachlich benigne Prostatahyperplasie (BPH), ist bei älteren Männern ein häufiges Leiden und kann die Lebensqualität durch Harnwegsbeschwerden erheblich beeinträchtigen. Typische Symptome reichen von häufigem Harndrang über Nachträufeln bis zu schwachem Harnstrahl. Die Ursachen, möglichen Untersuchungen und Behandlungswege sollten verständlich erklärt werden, damit Betroffene zusammen mit ihrem Arzt informiert Entscheidungen treffen können.
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Bitte konsultieren Sie eine qualifizierte medizinische Fachkraft für individuelle Beratung und Behandlung.
Was bedeutet vergrößerte Prostata für den Mann?
Bei vielen Männern verändert sich die Prostata mit zunehmendem Alter: Drüsengewebe und Bindegewebe können zunehmen, wodurch die Harnröhre eingeengt wird. Das führt zu sogenannten obstruktiven und irritativen Beschwerden. Obstruktive Beschwerden umfassen einen abgeschwächten Urinstrahl oder Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens; irritative Beschwerden sind häufiger Harndrang, nächtliches Wasserlassen und gelegentliche Dringlichkeit. Die Schwere variiert stark: Einige Männer bemerken kaum Einschränkungen, andere erleben wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Blasensteine oder sogar Nierenprobleme, wenn eine unbehandelte Verengung lange besteht.
Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?
Ein Arztbesuch ist ratsam, sobald Veränderungen beim Wasserlassen auftreten oder wenn Schmerzen, Blut im Urin oder Fieber hinzukommen. Frühzeitige Abklärung hilft, ernste Ursachen wie Infektionen oder seltenere Tumorerkrankungen auszuschließen. Der Hausarzt, ein Urologe oder eine urologische Fachpraxis kann die Beschwerden evaluieren. Während eines ersten Gesprächs erhebt der Arzt eine Anamnese zu Symptomen, Medikamenten und Begleiterkrankungen sowie eine körperliche Untersuchung. Wichtig ist, dass Männer offen über Symptome sprechen, da viele aus Scham warten und dadurch Komplikationen riskieren.
Welche medizinischen Untersuchungen sind üblich?
Die typische Untersuchung umfasst mehrere Bausteine: Urinstatus zur Suche nach Infektionen oder Blut, Bestimmung des PSA-Werts zur Abschätzung des Prostatavolumens und Ausschluss bestimmter Erkrankungen, sowie eine digitale rektale Untersuchung zur Beurteilung von Größe und Konsistenz. Ergänzende bildgebende Verfahren wie Ultraschall der Blase und der Prostata oder Messung des Restharns nach dem Wasserlassen geben Hinweise auf die Funktion der Blase. Uroflowmetrie misst den Harnstrahl quantitativ und hilft, den Schweregrad der Obstruktion einzuschätzen. Bei unklaren Befunden können weitere Untersuchungen wie Zystoskopie oder ergänzende Bluttests sinnvoll sein.
Welche Behandlungsoptionen und Folgen für die Gesundheit?
Die Behandlungswahl richtet sich nach Symptomausprägung, Prostatagröße, Begleiterkrankungen und Patientenpräferenzen. Bei milden Beschwerden kann eine abwartende Beobachtung mit regelmäßigen Kontrollen ausreichend sein. Medizinisch stehen vor allem zwei Wirkstoffgruppen zur Verfügung: Alphablocker, die die Muskulatur der Prostata und Harnröhre entspannen, und 5‑Alpha‑Reduktase‑Hemmer, die das Prostatagewebe über Monate verkleinern können. Beide Therapien haben Wirksamkeit, aber auch mögliche Nebenwirkungen wie Schwindel, sexuelle Nebenwirkungen oder hormonelle Veränderungen. Bei ausgeprägter Obstruktion oder unzureichendem Ansprechen sind operative bzw. minimal-invasive Verfahren angezeigt, etwa die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) oder neuere, schonendere Techniken. Jede Option sollte mit Blick auf Nutzen, Risiken und Langzeitwirkung erwogen werden.
Veränderungen im Alltag und Nachsorgeuntersuchung
Viele Veränderungen im Alltag können Symptome lindern: Reduzierte Flüssigkeitsaufnahme am Abend, Vermeidung von koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränken, gezieltes Blasentraining und gegebenenfalls Anpassung von Medikamenten, die die Harnentleerung beeinträchtigen. Nach Beginn einer Therapie sind Folgeuntersuchungen wichtig, um Wirkung und Nebenwirkungen zu beobachten. Regelmäßige Kontrollen umfassen Symptomfragebögen, Urinuntersuchungen, PSA-Kontrollen und gegebenenfalls erneute Bildgebung. Auch psychosoziale Aspekte spielen eine Rolle: Einschränkungen durch nächtliches Wasserlassen oder Dringlichkeit können das soziale Leben belasten und sollten offen mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Vergrößerte Prostata kann in vielen Fällen gut behandelt oder kontrolliert werden, wenn Symptome frühzeitig erkannt und medizinisch abgeklärt werden. Eine individuell abgestimmte Therapie, regelmäßige Nachsorge und einfache Anpassungen im Alltag tragen dazu bei, die Gesundheit der Harnwege und die Lebensqualität zu erhalten.
Quellen: